Reisebericht Norwegen
27. Juli 2006 bis 20.08. 2006

27.07.-31.07.06

01.08.-02.08.06

03.08.-05.08.06 06.08.-09.08.06 10.08.-13.08.06 14.08.-20.08.06

                                 27.07. - 31.07.2006                             

Vorwort:  Die Entscheidung fällt im letzten Jahr. Wir fahren mit dem Wohnmobil nach Norwegen. Unsere Freunde Roland und Karin  haben bereits Erfahrung in Sachen Womo und Norwegen. Thomas schließt sich mit einem weiteren Wohnmobil an. Die Planungen laufen bereits im Winter auf Hochtouren. Wir wissen, es wird ein nicht ganz günstiger Urlaub und wir beschließen bis an die zulässigen Gewichtsgrenzen die Wohnmobile mit Lebensmitteln und Getränken zu beladen. Die Zeit vergeht und der Tag steht vor der Tür. Jürgen und Antje beschreiben  auf den nachfolgenden Seiten  Norwegen mit dem Wohnmobil.
Viel Spaß.

Donnerstag, 27. Juli 2006,  09.30 Uhr Kilometerstand 15427
Voll getankt, gereinigt, und beladen und es geht los. Zu erst fahren wir nach Altena auf den Wochenmarkt. Schon fast zur Tradition geworden, das Donnerstag Abend Festmahl mit den eingelegten türkischen Leckereien. Wir verabschieden uns vom Lieferanten, wie immer, mit zu vielen Köstlichkeiten.
Bei Temperaturen von über 30 Grad  geht es in Schwerte auf die A1 in Richtung Norden. So einen Sommer haben wir lange nicht erlebt. Seit Anfang Juni und dem Beginn der Fußballweltmeisterschaft sind die Temperaturen selten unter die 30 Grad gefallen. Wir beschweren uns nicht und die Fahrt geht bei geöffneten Fenstern vorbei an Münster, Bremen, Hamburg bis Neumünster. Wir beschließen, den Übernachtungsplatz aus dem Bordatlas anzufahren. Doch vorher tanken wir einmal voll. 53 Liter, 61,47 € beim KM-Stand von 15852. Keine gravierenden Veränderungen beim Verbrauch. Anschließend geht es auf den nicht ausgeschilderten Wohnmobilstellplatz von Neumünster und sofort wieder weiter. Keine Empfehlung von uns für diesen Stellplatz, er ist nicht schön gelegen und einfach ungepflegt. Zum Urlaubsbeginn brauchen wir das nicht. Wir beschließen weiter zu fahren und nehmen als nächstes Ziel den Stellplatz in Kiel-Wik, in der Mecklenburger Straße. Ein Stellplatz mit Förde- und Kanalblick. Wir finden ihn nur mit Hilfe unserer „Else“. Die Ausschilderung ist mehr als dürftig. Der Stellplatz ist natürlich voll, es ist Hauptreisezeit.



Neuenrade - Neumünster - Kiel
Wohnmobilstellplatz in Kiel
Kösterallee.


Ein etwas schmuckloser Übernachtungsplatz in Kiel

Kiel-Wik hat aber noch einen zweiten Stellplatz in der Kösterallee.  Ein großer gepflasterter Platz, am Seglerheim, direkt am Wasser und dem Militärhafen. 9 € soll die Übernachtung kosten. Ver- und Entsorgung sind hier nicht möglich. Zwei Toilettenhäuschen und ein provisorischer Fäkalientank, sowie eine Infotafel mit dem Hinweis, das der Platzwart regelmäßig zum Kassieren vorbei kommt, kennzeichnen diesen Wohnmobilübernachtungsplatz. Egal, hier bleiben wir und genießen unser Festessen. Bei dem Versuch, noch einen Abendspaziergang am Wasser zu machen, werden wir vom näher kommenden Gewitter wieder ins Wohnmobil getrieben. Die schwülwarme Luft kühlt sich erst im Laufe der Nacht ab, trotzdem genießen wir unseren ersten Urlaubstag.  


Ein Dreimaster im Militärhafen von Kiel

Freitag, 28. Juli 2006, 08.00Uhr
Wir starten sehr früh nach dem Frühstück. Übrigens, der Platzwart ist nicht mehr zum Kassieren gekommen, womit das Preisleistungsverhältnis für diesen Platz wieder stimmte.
Über Bundesstraße und die BAB geht es über Flensburg nach Dänemark hinein.  Grenzkontrollen gibt es hier keine mehr. Vom Grenzübertritt bis zum Campingplatz hat es nur geschüttet. Gegen 14.00 Uhr fahren wir einen Campingplatz in 9480 Grønhøj bei Ingstrup, Jütland, ca, 40 Kilometer vor Hirtshals an. Wir ergattern noch ein Plätzchen für 61 DKK pro Person = 122 DKK für die Übernachtung. Wir beschließen bis zum Sonntag und damit bis zur Abfahrt der Fähre hier zubleiben. Nach Auskunft der Nachbarn hat es hier lange nicht mehr geregnet. Wir richten uns auf unserem Stellplatz ein und bei Temperaturen um 28 Grad C hat uns das Sommerwetter wieder eingeholt.


Kiel - Grønhøj (DK)


Campingplatz Grønhøj Strand Camping

Wir satteln noch die Fahrräder und fahren eine Runde an den Strand, ca. 700 Meter vom Campingplatz entfernt. Ein super Strand und zum ersten Mal sehen wir, was in Deutschland unmöglich ist, der Strand ist der Parkplatz für alle Fahrzeuge. Soweit das Auge reicht stehen Pkw und Wohnmobile am Wasser. Ein für uns außergewöhnlicher Anblick, wir staunen nur, entschließen uns aber den Strand nicht mit dem Wohnmobil anzufahren, machen die anderen ja schon. Wir genießen den Abend am Stellplatz mit netten Nachbarn. Für umgerechnet 3 Euro bekommt Jürgen an der Rezeption mit dem Kassenbon ein Kennwort für das WLAN –Netz am Campingplatz und kann damit 24 Stunden lang im Internet  nach dem Wetter von Norwegen schauen. Natürlich mailt er auch schon die ersten Fotos nach hause. Übrigens, die Online-Verbindung wurde nur mit den netten Nachbarn (ein echter Fachmann) möglich, der die Verbindung einrichtete. Hier ein Dankeschön an ihn. Die Nacht bringt erst spät Abkühlung, aber sie kommt.


Der Strand von Grønhøj mit Fahrzeugen bis zum Wasser

Wir sind bereits zu viert
v.l. Roland, Jürgen (Kugel), Antje und Karin

Samstag, 29. Juli 2006
Wir frühstücken ausgiebig und die bestellten Brötchen sind gar nicht so schlecht. Eine Erkundungsreise in zwei kleinere Supermärkte zeigt uns, dass die Preise auch hier in Dänemark recht gesalzen sind. Wir radeln noch zum Strand, kühlen die Füße ab und fahren dann mit dem Fahrrad weiter. Dabei macht Antje eine „Schwalbe“, keine schwerwiegenden Verletzungen, aber die Haut hat an manchen Stellen doch sehr gelitten. Zurück am Campingplatz werden  die Wunden versorgen und Antje pflegt sich. Strand, Sand und Salzwasser können wir für heute vergessen. Wir erholen uns trotzdem.
Es ist Nachmittag und unsere zukünftigen Begleiter erreichen den Campingplatz. Karin und Roland sind die ca. 900 Kilometer mit dem Chistall Winner A561 zügig durchgefahren. Zusammen verbringen wir den Abend am Campingplatz. Sie hatten ihr Kommen telefonisch angekündigt und wir konnten den frei werdenden Stellplatz neben uns für sie reservieren.

Sonntag, 30.07.2006
Der nächste Morgen weckt uns wieder mit blauem Himmel und Temperaturen, wie wir sie uns gewünscht haben. Da unserer Fähre erst gegen 01.00 Uhr nachts fährt, verbringen  wir ein paar Stunden am Strand  und wandern längst das Wasser. Fantastisch ist der Strand hier oben und auf jeden Fall weiter zu empfehlen.
Es ist 18.45 Uhr (Km 16320), wir bewegen uns in Richtung Hirtshals und tanken (16352 km- 65l – 595,8 DKK) noch einmal voll.

Wir kommen natürlich viel zu früh an der Fähre an und reihen uns als viertes und fünftes Fahrzeug in die noch kleine Schlange ein. Hier treffen wir auch auf das dritte Wohnmobil (Kentucky Camp – Royal 3) mit Thomas, der bereits seit dem Vortag in Hirtshals auf einem Stellplatz steht. Gemeinsam haben wir bereits im Frühjahr   bei der Gesellschaft „kystlink „ die Hin- und Rückfahrt gebucht (www.kystlink.com) pro Fahrzeug, bis 7 m Länge für Hin- und Rückfahrt 243,00 Euro. Ein, wir finden, ein recht günstiger Preis. 

Montag, 31.07.2006
Bis zur Abfahrt zieht sich die Zeit doch. Gegen 00.00 Uhr läuft die Fähre ein und "entleert sich", die Wohnmobile zuletzt. Wieder Erwarten gehen alle Fahrzeuge, die mit uns in den Aufstellspuren gestanden haben, in dieses Schiff. Fast pünktlich um 01.05 Uhr legt die Fähre ab.
Die Aufenthaltsräume sind ruck zuck mit Schlafwilligen belagert, mit etwas Glück finden wir auch noch Schlafbänke für uns fünf. Beim Rundgang über das Achterdeck beginnt es pünktlich zu regnen. Nach 5 Stunden mit nicht ausreichendem Schlaf fahren wir in Langesund an Land.


Platz zum Schlafen war genug da


Hirtshals (DK) - Langesund Larvik (N)

Es regnet in Strömen und nach 20 Kilometer auf der E18 in Richtung Arendal suchen wir einen Parkplatz  und holen einige Stunden Schlaf  nach.

Strömender Regen begrüßt uns in Norwegen

Ein wunderbar begrünter Rastplatz

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Unser Stellplatz am "höchsten Punkt der Telemark"

Gegen 11.00 Uhr geht es weiter in Richtung  Innenstadt von Arendal. Bereits auf dieser Straße erlangen wir einen Eindruck von der Schönheit der Landschaft, die herauskommende Sonne trägt natürlich auch dazu bei. In Arendal suchen wir erst einmal  LIDL auf, um uns einen Überblick über Lebensmittel und Getränkepreise zu verschaffen. Das Entsetzen steht uns in den Augen, die „Bierwährung“ sagt es deutlich: mit umgerechnet 2,35 Euro (LIDL Deutschland 0,35 Euro) für eine 0,5 Liter Dose Bier trifft  zu, was wir bisher  über die hohen Preis hier in Norwegen gehört haben.  Nur mit Kleinigkeiten im Einkaufswagen verlassen wir den Discounter wieder. Es geht in Richtung Norden auf der 42 ins Hinterland. Ein Nachbarcamper in Dänemark berichtete uns von einem schön gelegenen Campingplatz in der Nähe von Bjelland. Hoegeveits Naturcamp heißt dieser Platz, der sogar über eine eigene Homepage  verfügt. Über eine 7 Kilometer lange „Straße“, bergauf, bergab, Schotter, kurvig u.s.w. (wir glauben schon nicht mehr, dass wir richtig sind) steht am Schotterrand ein Hinweisschild: „4 KM to the Camp, don’t give up“.
Wir schöpfen wieder Hoffnung  und erreichen tatsächlich diesen von der Außenwelt fast abgeschnittenen Campingplatz.
Die Mühe hat sich gelohnt. Natur pur erwartet uns hier oben und nach einigen Rangierungen haben unsere drei Wohnmobile auch ein einigermaßen gerades Plätzchen gefunden. Auf dem "höchsten Punkt der Telemark "findet unser Ahorn Camp seine Nachtstätte. Ideal ist es hier oben für Familien mit Kindern, die reichhaltige Unterhaltung finden. Von Kutschenfahrten über Streichelzoo bis zu zahlreichen Spielgeräten ist hier alles zu finden. Aber auch wir Erwachsenen haben unseren Spaß, z.B. mit dem Trampolin, oder mit der "Willi-Flasche"!!!!!!!


Übernachtungshütte mit Backhaus 

Roland auf dem Trampolin (Trampoline gibt es in Norwegen an fast jedem Haus)
Für Gäste gibt es einen umgebauten Schafstall als Aufenthaltsraum, total urig eingerichtet, einen Grillplatz und fast jeden Abend ein Lagerfeuer. Ein Angelsee mit  Ruderbooten ist fußläufig in 20 Minuten zu erreichen und kostenlos nutzbar. 100 NOK pro Mobil und zwei Personen ist es ein super Preis – Leistungsverhältnis und weiter zu empfehlen. Wir essen gemeinsam im Freien zwischen den Wohnmobilen, mit Blick auf einen Regenbogen über der Telemark.

Wir können gemeinsam im Freien essen

mit einem Blick auf den Regenbogen über der Telemark

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