Reisebericht Süddeutschland
11. Mai 2006 bis 28. Mai 2006

Vorwort:  Mai, der schönste Monat im Jahr, wenn alles saftig grün wird, ist unsere Zeitvorgabe für den anstehenden Urlaub.
Während die Rapsfelder in gelb leuchten beschließen wir Süddeutschland mit den Bergen und den Seen anzufahren. Wir planen nicht großartig. Unser Ziel ist wieder der Weg. Dort wo es uns gefällt bleiben wir. Deutschland ist viel zu schön um es in jedem Urlaub zu verlassen.

Donnerstag, der 11. Mai 2006.
Es ist 15.00 Uhr, blauer Himmel, 25 Grad C und das Wohnmobil ist eingeräumt. Bei dem Kilometerstand von 13143 Kilometer geht es in Richtung Osten. Tanken? Nein, die Tankanzeige zeigt mehr als voll an. Unser Ziel ist Poppenhausen, am Fuße der Wasserkuppe, ca. 220 Kilometer entfernt. In Plettenberg steht die Tanknadel nur kurz über Reserve. Das können wir uns nicht erklären, verloren haben wir keinen Diesel. So richtig konnte sich Jürgen aber auch nicht erinnern, dass er nach der letzten Tour voll getankt hat. Wir behalten dieses Problem einfach mal im Auge und tanken in Bamenohl 63 Liter für 73,65 Euro. Unsere „Else“ zeigt an, dass wir erst gegen ca. 19.30 Uhr in Poppenhausen wären, das Wetter ist zu schön und wir beabsichtigen nicht den Rest des Tages im Womo zu verbringen. Ziel Änderung ist angesagt, Biedenkopf Breidenstein am Stausee hat einen Wohnmobilstellplatz, den wir anfahren. Na ja, gefällt uns nicht besonders und wir fahren weiter. Der Bordatlas bringt uns nach Bad Endbach auf einen Wohnmobilstellplatz am Kurbad. Leider ist die Entsorgungsstation, die der Bordatlas angibt, seit langer Zeit angekündigt aber noch nicht einmal im Bau.
Die Anmeldung im Bewegungsbad gestaltet sich etwas schwierig, ein Bauantrag kann nicht aufwendiger sein. Der Stellplatz ist  schräg, dafür genießen wir den Abend mit den Stühlen vor dem Wohnmobil auf der Wiese bis zum Sonnenuntergang, ansonsten ist Einkaufen mit Brötchen 5 Minuten entfernt (Aldi+Rewe).


Wohnmobilstellplatz in Bad Endbach


Begrüßungstafel auf der Wasserkuppe

Freitag der 12. Mai 2006, 09.40 Uhr –Kilometerstand 13264-
Wir haben ausgeschlafen, super gefrühstückt und der Himmel ist blau. Wir starten in Richtung Poppenhausen, ca. 130 Kilometer entfernt.  Gegen Mittag beschließen wir zuerst die Wasserkuppe anzufahren. In 950 Meter über dem Meeresspiegel parken wir das Wohnmobil unmittelbar an der Startbahn des Flugplatzes ein. Wanderschuhe an und es geht einmal um die Spitze. Fantastische Sicht  und Flugbewegungen aller Art beleben dort die Landschaft, wo der Segelflug seinen Ursprung hat.


Startplatz für den Segelflugschlepp


Das Fliegerdenkmal


Gleitschirmschüler am Übungshang


Die ASK 21 (Schulungsdoppelsitzer)

Gegen 15.00 Uhr, bevor der Wohnmobilabtrieb (für die, die nicht oben stehen bleiben) nach Poppenhausen beginnt, belegen wir unsern Stellplatz (wir sind die ersten). Schön und großzügig eingerichtet, Platz für 4 Mobile, Stromanschluss, Ver- und Entsorgung am Platz. Wir entrichten die Stellplatzgebühr  von 4,00 Euro im Tourismusbüro im Rathaus. Es sind 27 Grad C, Markise ausgekurbelt, Stühlchen und Tisch ins Grüne, so gefällt uns Wohnmobilurlaub. Bevor wir uns versehen sind die restlichen drei Stellplätze belegt. HR 3 meldet für den Abend leichte Gewitterschauer und für den nächsten Tag ergiebige Schauer/Hagel und Sturmböen, wir lassen uns überraschen und genießen den Rest des Tages.


Blick von der Wasserkuppe auf Poppenhausen


Stellplatz in Poppenhausen

Samstag, der 13. Mai 2006
Bei einem Kilometerstand von 13413 starten wir um 09.45 Uhr. Als Tagesziel haben wir uns den Ort Eltmann am Main ausgesucht. Das Wetter hat stark nachgelassen und es regnet leicht, das hat uns HR 3 ja versprochen.  Wo bleibt der Hagel, der Sturm und der Starkregen? Wir überlegen, ob wir uns einen Standplatz unter einer großen Brücke suchen sollen. Das Wetter zeigt sich nicht so schlimm wie angesagt und wir nächtigen in Eltmann. Der Stellplatz – Mainlände - liegt direkt am Main an einem Großparkplatz. Der Stellplatz lebt von der Nähe zum Main, das Örtchen ist klein und hat keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Der Platz ist gebührenfrei, verfügt aber über keine Ver- und Entsorgung. Eine öffentliche Toilettenanlage ist nutzbar. Das Wetter wird zum Nachmittag hin immer besser und die untergehende Sonne spiegelt sich im Main.


Stellplatz in Eltmann


Yachthafen von Eltmann

Sonntag, der 14. Mai 2006
Bei einem Kilometerstand von 13551 geht es gegen 09.15 Uhr auf die Reise. Die Nacht wurde übrigens nur durch einige Jugendliche gestört, die am frühen Abend, beladen mit 4 Kisten Öttinger, am Mainufer ein kleines Gelage hielten.  Die Störung lag aber nur darin, dass sie gegen 03.00 Uhr den Öttingerkonsum in Fußballschlachtgesänge umwandelnd, das Mainufer verließen. Zu ihrem Schutz sei hier gesagt, das Gelage verlief ruhig und war nicht zu hören.
Wir fahren in Richtung Altmühltal und tanken in Neumarkt i.d.Opf. 51 Liter Diesel bei einem KM-Stand von 13666,  (1,12 € pro Liter).
Bei strömenden Regen haben wir uns entschlossen anstatt  Landstraße die Autobahn zu benutzen. Endlich mal 100 Kilometer an einem Stück auf der Autobahn, haben wir bisher noch nicht gehabt. Gegen Mittag erreichen wir den Ort Riedenburg am Main-Donau-Kanal. Der Stellplatz ist gut ausgeschildert und liegt direkt am Kanal, nahe der Innenstadt. Wir zahlen 6,00 Euro am Parkscheinautomat, Ver- und Entsorgung sind dabei kostenlos. Mit uns stehen ca. 20 Wohnmobile auf diesem begrünten, nur für Wohnmobile reservierten Großparkplatz. Der Gang in die historische Altstadt lohnt sich, viele Gasthöfe mit Biergärten im bayerischen Stil, bestimmen das Bild dieses Städtchens. In unmittelbarer Nähe des Stellplatzes befindet sich auch die Anlegestelle der Schifffahrt mit interessanten Fahrten, wir vertagen eine Fahrt, obwohl das Angebot verlockend ist. Dafür ergattern wir noch einen Platz in der Eisdiele, es ist fast alles belegt. Bei Sonnenschein sind offensichtlich alle auf den Beinen, klar, ist ja Muttertag. Die Terrassen der Cafes und Gasthäuser sind offensichtlich mit „Müttern“ und ihren Kindern belegt. So soll es auch sein.


Nur für Wohnmobile reservierter Großparkplatz in Riedenburg

Bei dem Blick in einen großen interessanten Biergarten, Jürgen gelüstet es schon auf eine Hefeweizen, staunen wir. Vor einem großen lebenden Geier steht der Wirt und hält ihn mit einem Besen in Schach. „Ausgebüchst“ ist er, aus dem Falkenhof Schloss Rosenburg bei einer Flugvorführung, oberhalb der Stadt. Wohnmobilstellplatz und Städtchen sind einen Besuch wert.


Blick auf Riedenburg


Personenschifffahrt 

Montag, der 15. Mai 2006
Es ist 10.00 Uhr, VE Durchgeführt, es geht weiter Donau abwärts. Kelheim bietet einen Womo – Stellplatz nahe an der Donau auf dem Volksfestplatz. Wir finden den gut ausgeschilderten Platz, parken ein und Jürgen zieht ein Ticket – 6,00 Euro für 24 Stunden, geht in Ordnung. Kaum hat er sich umgedreht, verhängen Mitarbeiter des Baubetriebshofes den Zahlscheinautomaten, entfernen die Wohnmobilhinweisschilder und bauen die komplette Umzäunung ab. Versteckte Kamera? Nein, das Fischerfest steht an und für 14 Tage ist der Platz für Wohnmobile gesperrt. Wir können aber beruhigt noch bis zum nächsten Morgen stehen bleiben.
Wir „satteln“ die Fahrräder und es geht in die historische Altstadt, ganz nett. Dann schauen wir zu dem Wahrzeichen der Stadt Kelheim hinauf. Ein imposanter Rundbau auf dem Michelsberg. Der riesige Bau ist die Befreiungshalle. König Ludwig I. ließ die Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 1815 als Mahnmal für die Einheit Deutschlands errichten. Wir erklimmen den Fußweg mit unseren Fahrrädern, schiebender weise. Für 3,00 Euro pro Person besuchen wir die Halle. Imposant der Blick in die Kuppel und noch imposanter der Blick  von dem Außenrundgang (165 Stufen!) auf die Stadt Kelheim und der Mosel.


Stellplatz in Kelheim

Befreiungshalle in Kelheim

Blick in die Befreiungshalle

Blick auf die Donau


Übersicht über Kelheim


Blick von der Befreiungshalle auf den Stellplatz

Am Nachenmittag gönnen wir uns  dann noch eine Schiffsfahrt (7,00 Euro  pro Person) auf der Donau, bis zum Donaudurchbruch und der ältesten Klosterbrauerei Weltenburg. Eine lohnenswerte Fahrt und weiter zu empfehlen.
Den Rest des Abends verbringen wir bei angenehmen Temperaturen vor dem Wohnmobil.


Der Donaudurchbruch

Kloster Weltenburg

Dienstag, den 16.05.2006
Wir fahren schon um 08.45 Uhr los, senile Bettflucht oder Angst, plötzlich im Festzelt aufzuwachen? Egal! Wir programmieren Deggendorf und es geht über die Landstraße. Nach einer ausgiebigen Umleitung auf Grund eines schweren Unfalls lernen wir auch ganz kleine Dörfer in Bayern kennen. Aus dem Bordatlas haben wir uns einen Womo - Stellplatz auf einem Bauernhof ausgesucht. Ein Bauernhof in ruhiger Alleinlage am westlichen Stadtrand auf einem Berg über der Donau, mit guter Fernsicht über das Donautal und die Berge des bayerischen Waldes. Bei der Einfahrt werden wir schon von Frau Katzdobler herzlich begrüßt. Der Stellplatz auf der Wiese oberhalb des Gehöftes ist etwas schräg, was aber Löcher für die Räder auf der Bergseite ausgleichen. 


Stellplatz am Schalterbachhof

Toilettenhäuschen und eine Spülmöglichkeit

Wasser und Strom am Stellplatz, die Toilette und ein Spülbecken in 20 Meter Entfernung unter einem Baum, sauber und in Ordnung. Die Dusche befindet sich im Haupthaus und es gibt einen Brötchenservice.  Die Aussicht ist einfach toll und das Wetter super, wir zahlen gerne die 10,00 Euro für die Übernachtung. Auf der Rückfahrt von Ungern (der Zufall brachte es in einem kurzen Handygespräch ans Tageslicht) besuchen uns unsere Eltern mit dem Wohnmobil auf diesem Stellplatz. Wir sitzen quasselnd im Freien bis ein schweres Gewitter uns in die Wohnmobile vertreibt.


Idyllischer Blick über Deggendorf

Blick vom Stellplatz auf die Donau
Mittwoch, der 17. Mai 2006. KM Stand: 13866. 
Starker Dauerregen die ganze Nacht. Nach dem Frühstück am Morgen lockert es auf.  Mit einigen Hilfsmitteln bekommen wir die Wohnmobile aus der nassen glitschigen Wiese (der Bauer hätte uns auch mit einem Traktor herausgezogen). Wir verabschieden uns von der gastfreundlichen Familie Katzdobler und unseren Eltern. Wir setzen die Fahrt in Richtung Bad Reichenhall fort. Gegen 11.16 Uhr erkennen wir auf der B 20 zum ersten Mal die Alpen, weiße Bergspitzen und ein gewaltiges Gewitter, was ca. 30 Kilometer vor uns nieder geht. Bei einem Lebensmitteldiscounter, der an der Strecke liegt, füllen wir unsere Vorräte wieder auf und werden das Leegut los. Weiter geht es über die B 20 mit herrlichem Panorama. In Bad Reichenhall finden wir den Wohnmobilstellplatz schnell auf einem öffentlichen Parkplatz am Fuß des Stadtwaldes Kirchholz direkt an einem Friedhof. Ein offensichtlich beliebter Stellplatz unter schattigen Bäumen, da bereits 10 Wohnmobile den großzügigen Parkplatz (Womos und Pkw von Friedhofsbesuchern) besetzen. Ein bisschen rangiert, ein Loch in der Baumkrone gefunden, das müsste mit der Sat - Schüssel klappen, klappt auch. Ca. 100 Meter vom Stellplatz entfernt finden wir eine Bushaltestelle. Die Linie 4, der Citybus bringt uns zu zweit für 2,80 Euro in die Innenstadt (mit Rückfahrt). Bad Reichenhall, das ca. 150 Jahre alte Solebad, zieht viele Besucher und natürlich Kurgäste an. Der 1614 Meter hohe Predigtstuhl ragt weit sichtbar über den Ort hinaus.

Rathaus von Bad Reichenhall

Salzmuseum

Wir schlendern durch die Innenstadt und die Fußgängerzonen und entdecken ein Cafe mit Geschäftsanschluss, wobei die Farbe rot uns in die Augen sticht. Hier gibt es Mozartkugeln und alles was damit zu tun hat, gewaltig. Wir können uns zusammenreißen und kommen so eben an dem Eingang vorbei. Nach zwei Stunden geht es zurück zum Stellplatz. Es bleibt trocken und wir lassen Tür und Fenster bis zur Dämmerung offen.


Cafe Reber

Mozartauslagen und die Farbe Rot regiert

Altstadt von Bad Reichenhall

Schattiger Stellplatz in Bad Reichenhall

Donnerstag, der 18.Mai 2006. 
Wir stehen früh auf, duschen beide und frühstücken ausgiebig, Brötchenservice gibt es hier nicht. Dafür ist dieser Stellplatz kostenlos und zu empfehlen. Tagesziel ist heute der Chiemsee.  In Bernau tanken wir für 55,00 Euro 50 Liter, beim KM Stand von 14098. Weiter geht die Fahrt an diesen riesigen Binnensee. Die angefahrenen Stellplätze direkt am See sagen uns nicht zu, Campingplätze sind kaum zu bezahlen und wir entschließen uns den Wohnmobilstellplatz Übersee-Almfischer anzuschauen. Laut Bordatlas ein Stellplatz an einem Bauernhof nahe dem Südufer des Chiemsees, vor der Kulisse der Chiemgauer Alpen. Bereits bei der Fahrt auf den Hof sind wir begeistert. Zwei Wohnmobile stehen schon da. Die Plätze sind geschottert und großzügig angelegt. Neben einem Aufenthaltshaus sind sanitäre Anlagen (Duschen 1 €) im Haupthaus vorhanden. Ver – und Entsorgung selbstverständlich auch. Brötchenservice und alles was dazu gehört oder auch Frühstück wird hier angeboten. Sogar ein Getränkeautomat mit Flaschenbier (0,5 l) für 1 € steht zur Verfügung.  Die Familie Steiner begrüßt uns herzlich und da es noch trocken und warm ist, verbringen wir den Nachmittag auf der Wiese vor dem Hof mit einem herrlichen Blick auf die Chiemgauer Berge.  Der Platz macht einen gepflegten Eindruck und für den Preis von 10,00 Euro gibt es nichts zu meckern, wir empfehlen ihn weiter.


Stellplatz Übersee - Almfischer


Blick vom Stellplatz auf die Chiemgauer Berge

Freitag, der 19. Mai 2006 KM Stand: 14130
Abfahrt gegen 09.30 Uhr, „Else“ wurde auf Füssen programmiert. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hat, zeigt sich der Himmel jetzt aufgelockert und es ist trocken. Wir durchqueren Bat Tölz und biegen anschließend ab in Richtung Königsdorf. Wir beschließen einen kurzen Abstecher zum dortigen Segelflugleistungszentrum am Flugplatz zu unternehmen, an dem wir im Jahre 1999 mit dem damaligen LSV Werdohl ein Ferienfluglager verbrachten. Blauer Himmel über Königsdorf und für den Rest des Tages  beschließen wir, nach dem wir uns beim „Standortältesten“  des Flugplatzes die Erlaubnis geholt haben,  die Nacht hier in freier Natur zu verbringen. Das blaue Loch bleibt tatsächlich bis zum Sonnenuntergang und beschert Jürgen einen richtigen Sonnenbrand im Gesicht, er kühlt mit Weizenbier.


Blick auf Königsdorf vom Flugplatz aus


Auch in Königsdorf ist die Farbe Gelb bestimmend

Unser Übernachtungsplatz in Königsdorf

Samstag, der 20. Mai 2006  KM Stand: 14230
Wie schon in den letzten Tagen hat es die ganze Nacht über geschüttet und um 07.00 Uhr scheint wieder die Sonne, gut so. Wir frühstücken recht früh und starten schon um 08.05 Uhr in Richtung Füssen.  Der Bordsatlas führt einen Wohnmobilstellplatz in Füssen auf, den wir nach der Beschreibung  ganz gut finden.
Tatsächlich stellen wir uns auf einen anderen Platz, der ca. 100 Meter vor dem beschrieben Stellplatz liegt. Gut gemacht, eine echte Touristenfalle. Wir hätten auch besser aufpassen können.  Für 9,00 Euro Übernachtungsgebühr ist er damit 1,00 Euro günstiger als der andere. Hier gibt es VE, Strom und saubere Sanitäranlagen, ist OK so. Aldi, Lidl und Rewe, alles fußläufig zu erreichen und wir decken uns für die nächsten Tage ein.


Blick vom Stellplatz in Füssen a. d. Tegelberg

Forggensee, Tegelberg u. Neuschwanstein

Da es noch früh am Vormittag ist, fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von Füssen.  Neben den Fußgängerzonen zeigt sich die Altstadt als besonders interessant. Wir können sogar einige Blicke auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau werfen. Wir entschließen uns, eine Fahrradtour am nächsten Tag um den Forggensee und die Schlösser zu machen, da der Wetterbericht für den nächsten Morgen Auflockerung verspricht. Jetzt, gegen 16.00 Uhr, fängt es, wie von Bayern 3 versprochen, wieder an zu regnen. Wir verziehen uns erst mal ins Womo.
Von Westen her nähert sich eine Sturmfront, die mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h über uns wegzieht und sich in der Nacht in eine Regenfront verwandelt. Wir überstehen es ohne Schaden.


Innenstadt von Füssen

Innenstadt von Füssen

Fußgängerzone in Füssen

Schloss Neuschwanstein

Sonntag, den 21. Mai 2006  KM Stand: 14326
Wir haben lange geschlafen und müssen feststellen, dass die" Meteorolügen" ihrem Namen alle Ehre machen.  Es ist Grau in Grau, feucht und frisch. Nix fürs Fahrrad. Also fahren wir weiter. Erst frühstücken wir gemütlich, duschen in den Sanitäranlagen für 0,50 Euro  und starten gegen 10.45 Uhr erst mal in Richtung Kempten, laut Else 45 km. Wir fahren in Nesselwang an dem Wohnmobilstellplatz vorbei, der an der Alpspitzbahn liegt. Er macht einen sehr ordentlichen Eindruck und für 6,00 Euro Gebühr und VE  vor der Einfahrt werden wir auf diesem Platz irgendwann mit Sicherheit mal übernachten. Weiter geht es durch  Isny und Kempten. Die Stellplätze, die wir dort finden, sagen uns nicht besonders zu. Ein Stadtbummel durch Kempten bleibt davon natürlich unberührt. Mit Schirm und wärmender Regenschutzkleidung haben wir das auch bewältigt.


Wohnmobilstellplatz im Kempten am Stadionhaupteingang


Innenstadt von Kempten

Innenstadt von Kempten
Wir programmieren „Else“ auf den Wohnmobilstellplatz in Wangen. Der Bordatlas verspricht einen Parkplatz im Grünen am südöstlichen Rand der Altstadt direkt am Ostufer der Argen mit VE für 7,00 Euro. Wir ergattern gegen Mittag einen Querstellplatz. Für uns ist die Beschreibung im Bordatlas untertrieben, Platz finden hier ca. 25 Wohnmobile, sehr schön begrünt, ohne Durchgangsverkehr und die Innenstadt ist fußläufig zu erreichen. Das Wetter wird immer besser und nach einem ausführlichen Stadtbummel verbringen wir den Rest des Tages draußen vor dem Wohnmobil.

Dann mal ran

Historische Altstadt von Wangen

Stellplatz in Wangen

Kunst

Innenstadt Wangen

Innenstadt Wangen

Montag, den 22.05.2006
Wir werden geweckt durch den Brötchenservice am Platz, super frische Brötchen zum Frühstück lieben wir und können diesen Stellplatz absolut weiterempfehlen.
Frisch gestärkt geht es um 09.15 Uhr los in Richtung Lindau - Zech, ca. 20 Kilometer von Wangen entfernt. Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt. Leider soll es ab dem Nachmittag wieder Gewitter geben, ist ja nichts Neues. Wir besichtigen den Stellplatz in Lindau – Zech, sehr unangenehm. Es geht weiter zum nächsten Stellplatz in Lindau, fällt auch aus, für einen einfachen Parkplatz 16,90 Euro – nein, dass ist uns die Sache nicht wert. Es ist schwer für uns an diesem Tag. Der Bordatlas zeigt uns den Stellplatz  in Friedrichshafen an der Lindauer Straße, gegenüber von der Jugendherberge, direkt an der Durchgangsstraße. Nein, der Platz liegt wirklich zu nah an der Straße und wir entschließen uns den nahe gelegenen Campingplatz  CAP aufzusuchen. Für 18,50 Euro gönnen wir uns in diesem Urlaub einmal etwas. Ist zum empfehlen, saubere neue Anlage, direkt am Bodenseeufer mit Restaurant und Internet – W-LAN Anschluss  für 5,00 Euro  (2.Stunden). Die Dame an der Rezeption gibt uns den Hinweis auf Sturmwarnung für den Abend. 


Friedrichshafen, natürlich ein Blimp

Der Hafen von Friedrichshafen und das Zeppelinmuseum

Zu Fuß erobern wir das Hafenviertel, die Uferpromenade und die Innenstadt mit den Fußgängerzonen. Zurück am Campingplatz tauschen wir das Schuhwerk gegen die Fahrräder und strampeln noch an der Rotach entlang, besuchen den Flughafen von Friedrichshafen und erreichen unser Wohnmobil noch trocken. Die erste Hälfte der Nacht wird von einem Sturm begleitet, die zweite Hälfte geht wieder in Regen über.


Die Promenade von Friedrichshafen 

Friedrichshafen

Innenstadt von Friedrichshafen

Campingplatz CAP Rotach

Dienstag, der 23. Mai 2006  KM Stand: 14480
Die bestellten Brötchen liegen für uns im Restaurant bereit und bei leichtem Regen frühstücken wir erst einmal gemütlich, auch wenn es Antje heute nicht so gut geht.
Wir fahren los in Richtung Radolfzell, laut Bordatlas ein schön gelegener Stellplatz auf der Halbinsel Mettnau, nahe einem Naturschutzgebiet. Wir suchen den Stellplatz auf und entschließen uns, einen weiteren Platz in Betracht zu ziehen, für 8,00 Euro stimmt die Relation nicht ganz. Wir fahren die Insel Reichenau an, dort gibt es einen Womo – Platz im Ortsteil Niederzell für 20 Wohnmobile. Obwohl wir in der taktisch günstigen Mittagszeit erscheinen, sind alle Stellplätze sehr dicht belegt, leider, sieht gar nicht so schlecht aus. Wir blättern im Bordatlas, Singen soll das nächste Ziel sein, am Parkplatz des Landesgartenschaugeländes. Es war schon schwierig, „Else“ hatte ihre Probleme, da einige Umleitungen den Weg zu dem Parkplatz erschwerten. Trotzdem finden wir den Platz. Na ja, ein Großparkplatz, auch für Wohnmobile am Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. VE ist vorhanden, die Übernachtung ist kostenlos.


Blick auf Hohentwiel

Fußgängerzone von Singen

Wir bummeln noch durch die Fußgängerzonen von Singen, sehr interessant und sehr weitläufig. Bei trockenem Wetter und blauem Himmel gehört der Rest des Tages uns und dem Wohnmobil. – Regen ist nicht in Sicht. –


Einer von vielen bunten Bären in Singen

Innenstadt von Singen

Singener Wohnmobilstellplatz

Der letzte Blick auf den Bodensee

Mittwoch, der 24. Mai 2006   KM Stand: 14602
Es ist 09.45 Uhr, etwas Hausputz und wir Ver– und Entsorgen. Zu unserem Erstaunen ist das Frischwasser auf diesem Stellplatz kostenlos, das haben wir bisher selten gesehen. Also aufgefüllt bis zum Rand und die „Else“ wird auf Villingen – Schwenningen programmiert. Ziel ist ein Flugplatz mit angeschlossenem Internationalem  Museum. Im Bordatlas sind dort 5 Stellplätze auf dem Museumsgelände angegeben, auf geht’s nach Schwenningen. Wir tanken zwischendurch in Engen 60 Liter für 68 Euro bei einem KM Stand von 14615.
Das Internationale Museum entpuppt sich mehr als eine kleine Zusammenstellung von Militärflugzeugen, deren Zustand eine Überarbeitung dringend nötig hätte. Es ist sauber dort und der Rasen ist ordentlich gepflegt, man gibt sich Mühe. Offensichtlich fehlt auch hier das Geld, um die ausgestellten Flugzeuge, die ständigen der Witterung ausgesetzt sind, einem Mindestansatz an Pflege zu bieten, Schade eigentlich. 


Blick auf die Museumshalle

So sieht ein "Kugellager" aus

Die Museumshalle

Das Außengelände

Auf die Frage nach den Wohnmobilstellplätzen erfahren wir, dass wir nach der Museumsschließung auf das Gelände fahren könnten, um dort zwischen dem Canberra-Bomber und der Fiat G 91 einzuparken. Die Vorstellung am nächsten Morgen nur zwischen Flugzeugen aufzuwachen treibt Jürgen Glanz in die Augen. Da es aber erst 12.00 Uhr ist, beschließen wir die Nacht woanders zu verbringen.


Fiat G 91

Bronco
Ganz in der Nähe liegt laut Stellplatzführer Bad Dürrheim mit seinem Reisemobilhafen am Kurpark und Gesundheitszentrum Solemar. 330 Stellplätze soll es dort geben. Wir halten das für einen Druckfehler und werden eines Bessern belehrt. Tatsächlich finden wir diesen Reisemobilhafen mit den angegebenen Stellplätzen vor. Auf vier Plätze verteilt macht die Anlage einen ordentlichen Eindruck. Nummerierte Parzellen sorgen für ein geordnetes Miteinander. Wir finden einen schönen Quereinstellplatz direkt an der Einfahrt zum Parkplatz P1. Bei dem anschließenden Rundgang stellen wir fest, dass sehr viele Stellplätze mit Kennzeichen reserviert sind. Am Tag vor dem Feiertag und dem langen Wochenende wird uns klar, dass Reservierungen hier notwendig sind, wenn man etwas später ankommt.

Blick auf einen der Stellplätze in Bad Dürrheim

Infotafeln am Stellplatz

Wir „satteln“ unsere Fahrräder und es geht in das Innenstädtchen. Jetzt passiert es, Jürgen erkennt eine Haxenbraterei. Da wir schon so lange in Süddeutschland sind und er noch keine Haxe verspeist hat, gönnt er sich dieses Pflichtereignis zum Mittag, mit einem anschließenden „Nickerchen“. Danach erkunden wir den Kurpark und den überschaubaren Ort ausgiebig. 6,60 Euro kostet die Übernachtung, VE und Strom sind vorhanden, Brötchenservice wird angeboten und das Ehepaar Bertsch ist sehr freundlich und versucht den Gästen die Wünsche von den Augen abzulesen. Dieser zu den TopPlatz gehörenden Reisemobilhafen kann auf jeden Fall von uns weiterempfohlen werden. Aufmerksame Leser unserer Reiseberichte wissen, dass das nicht immer so ist.


Kurpark von Bad Dürrheim

Noch blühende Tulpen im Kurpark

Donnerstag (Vattertach), den 25. Mai 2006    KM Stand: 14670
Um 10.15 Uhr geht es bei geschlossener Bewölkung weiter (die Innentemperatur lag heute Morgen bei 10,0 Grad!). Wir haben uns entschlossen einen kleinen Abstecher nach Frankreich zu machen. Unter den Stellplätzen für Frankreich finden wir das Städtchen Kaysersberg (F) hinter Colmar. Ein Reisemobilplatz am südlichen Rand der historischen Altstadt, von Weinbergen umgeben. Auch wenn wir uns nicht auf Frankreich vorbereitet haben (Navigations- CD Frankreich ist leider zu hause geblieben), finden wir die Örtlichkeit mit den  vorhandenen Mitteln.


Der Sehr gut besuchte Wohnmobilstellplatz in Kaysersberg (F) in der Nähe von Colmar

Das Rathaus von Kaysersberg

Die historische Altstadt

Mit Glück ergattern wir den vorletzten Stellplatz  von ca. 70 vorhandenen. Wir bummeln durch die historische und malerische Altstadt von Kaysersberg und unterbrechen den Bummel bei einsetzendem Regen. Erstaunlich, wie viele Wohnmobile alle auf diesen Stellplatz wollen, was dazu führt, dass man sehr eng zusammensteht. Dieses Städtchen ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Übrigens, Störche brüten hier auch.


Fachwerkbau

Enge Gassen

Die alte Brücke

Kaysersberg Innenstatdt

Freitag, der 26. Mai 2006  KM Stand: 14798
Trotz der vielen Wohnmobile stehen wir an der VE – Station nicht lange an. Wir beschließen der „route de vine d’alsace“ zu folgen. Es geht durch viele malerische kleine Weinorte nach Norden. Wir umfahren Strassburg westlich auf kleinen Straßen  und in Wissembourg überqueren wir wieder die Grenze nach Deutschland. Unseren kurzen Trip nach Frankreich  krönen wir mit einem Besuch im Supermarkt an der Fischtheke. Die frischen Garnelen sind im Angebot und wir kaufen direkt 1 ganzes Kilo, dazu Butter, frischen Knoblauch und Stangenweißbrot und haben den Geschmack schon vorzeitig auf der Zunge. Zuerst müssen wir einen Platz für die Nacht finden. Nach einer Pause auf einem Rastplatz fahren wir nach Herxheim. Der Stellplatz ist kostenlos und im Prinzip nicht schlecht, wir fahren trotzdem weiter nach Germersheim am Rhein. Der Stellplatz an der Festung ist in Ordnung, VE vorhanden und die Übernachtung kostet am Automaten 3,00 Euro. Kleines Manko, 20 Meter hohe Bäume in Südrichtung. Na, was sagt uns das? Richtig, wir werden den Abend ohne Fernsehen verbringen und mal wieder ein bisschen lesen. Vorher bummeln wir noch durch die alte Garnisonsstadt, entlang der Festung, dem Gefängnis und den vielen Mauern. Insgesamt macht dieses Städtchen doch einen trostlosen Eindruck auf uns.  Für eine Kreisstadt könnte sie  etwas mehr bieten.
Wir meckern ja nicht, es regnet zwar wieder einmal kräftig aus allen Kübeln, aber Jürgen wird den Tag mit Knoblauchgarnelen angenehm abschließen.


Stellplatz in Germersheim

Die Rückseite des Stellplatzes

Stadt Germersheim

Teil der ehemaligen Festungsanlagen

Samstag, den 27. Mai 2006, 09.30 Uhr
Wir haben uns auf Bad Sobernheim als letztes Ziel geeinigt, auch wenn Bedenken aufkommen, dass es bei diesem langen Wochenende voll sein könnte. Zuerst tanken wir für 1,07 Euro 42 Liter bei einem KM Stand von 14985.
Auf dem Stellplatz in Bad Sobernheim ist noch reichlich Platz. Das Wetter bessert sich und wir können vor dem Womo sitzen und unseren Nachbarn beim Aufbau ihres neuen Fiamma „Privancy Room“ zuschauen und etwas mithelfen. Auch ein kleiner „Ausritt“ mit den Fahrrädern ist wettertechnisch drin, auch wenn uns ein Schauer zu einer Zwangspause in der Flugplatzgaststätte verhilft. Den Tag beschließen wir zwischen den Wohnmobilen  draußen mit unseren Nachbarn, die uns noch auf ein Gläschen eingeladen haben. Es ist unser letzter Abend und wir genießen ihn. Der Wohnmobilstellplatz von Bad Sobernheim ist einer der schönsten Plätze die wir kennen, mit einem Preis von 6,- € günstig und absolut weiter zu empfehlen.


Wohnmobilstellplatz mit Blick vom Flugplatz Bad Sobernheim

Der Wohnmobilstellplatz in Bad Sobernheim

Blick über Bad Sobernheim

Sonntag, den 28. Mai 2006    KM Stand: 15115
Wir werden wach, die Sonne scheint und es windet ein wenig. Wir füllen den Abwassertank mit ca. 10 Litern handelsüblichen Spülmaschinenreinigerpulver (aufgelöst in heißem Wasser), duschen noch mit reichlich Wasser, damit diese Mischung mit dem Reiniger im Tank hin und her schaukeln und ihn auf der verbleibenden Reststrecke von 270 km nach Hause reinigen kann. Nach dem Ablassen ist der Tank sauber und geruchsfrei. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht.
 Wir programmieren die „Else“ auf Neuenrade. Ausnahmsweise nutzen wir die Autobahn und erreichen unser zu Hause gegen 14.30 Uhr bei einem Kilometerstand von 15413. Zuvor haben wir noch einen Abstecher nach Plettenberg zum Aqua Magis gemacht und  an der Entsorgungsstation unser Abwasser ordnungsgemäß entsorgt.
Nach 18 Tagen sind wir wieder daheim.

Nachwort: Die Zeit war einfach wieder zu kurz. Auch wenn das Wetter durchwachsen war, mit Temperaturen von 2 - 25 Grad, Sonne, Regen Hagel und Sturm, war es wieder ein schöner Urlaub.
2270 Kilometer legten wir in den 18 Tagen zurück, verbrauchten für 297,00 € Diesel und bezahlten  98,90 € Stellplatzgebühren.
Wie immer orientierten wir uns bei der Stellplatzsuche am Bordatlas von Reisemobil und an Tipps von anderen Wohnmobillisten. Auch dieses mal stellten wir fest, dass Stellplätze, je näher sie an Seen liegen, beim Preisleistungsverhältnis stark auseinander klaffen. Zum Glück sind die Wohnmobilfahrer / Wohnmobilfahrerinnen darauf nicht angewiesen. Auch wir meiden Plätze, deren Übernachtungspreise in keinem Verhältnis stehen.
Deutschland ist mit dem Wohnmobil immer eine Reise wert. Stellplätze mit Ver- und Entsorgungsstation werden täglich mehr. Es muss nicht immer das Ausland sein, aber wir freuen uns schon auf den geplanten Trip nach Norwegen im August.

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